Das 1x1 der Hundebegegnungen
- DogMoms

- 19. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Was wirklich höflich ist - und was viele Hunde (und Menschen) stresst.
Hundebegegnungen gehören zum Alltag - im Wald, in der Stadt, auf dem Spaziergang oder vor dem Hundehort. Doch während wir Menschen oft denken "die sollen doch einfach Hallo sagen", empfinden viele Hunde solche Begegnungen ganz anders. Unsicherheit, Missverständnisse und Stress entstehen häufig genau dann, wenn wir eigentlich nur freundlich sein wollten.
Damit Spaziergänge für alle entspannter werden, lohnt sich ein Blick auf die wichtigsten Regeln für höfliche Hundebegegnungen.

Nicht jeder Hund möchte Kontakt
Eine der wichtigsten Regeln: Ein fremder Hund hat kein Recht auf Kontakt - und deiner auch nicht.
Viele Hunde mögen fremde Hunde nicht besonders, sind unsicher oder befinden sich gerade im Training. Besonders schwierig können Begegnungen sein bei:
unsicheren oder ängstlichen Hunden
Hunden im Training
Hunden aus dem Tierschutz
Läufige Hündinnen
Hunden, die gerade Ruhe brauchen
Höflich ist also: erst fragen - dann eventuell Kontakt zulassen.
Unhöflich ist: "Der will nur Hallo sagen" und den eigenen Hund einfach hinlaufen lassen.
Distanz ist höflich
Hunde kommunizieren stark über Körpersprache und Abstand. Direkt auf einen fremden Hund zuzulaufen ist aus Hundesicht eher unfreundlich.
Nimm Rücksicht auf andere Hunde in dem du:
einen kleinen Bogen läufst
dein Tempo allenfalls reduzierst
Abstand lässt
deinen eigenen Hund zurückrufst
Viele Hunde entspannen sich sofort, wenn sie merken: "Dieser Hund bedrängt mich nicht."
An der Leine ist Kontakt oft schwieriger
Leinenbegegnungen sind für viele Hunde besonders herausfordernd. Die Leine schränkt Bewegungen ein und verhindert natürliche Kommunikation.
Darum gilt:
Vorbeigehen mit Abstand
Blickkontakt zum Menschen - nicht zum Hund
ruhiges Weiterlaufen
Kontakt an der Leine kann funktionieren, muss aber nicht. Für viele Hunde ist es deutlich entspannter, einfach vorbeizugehen.
Leinenaggression
Einige Hunde haben eine Leinenaggression. Das macht sie nicht zu bösen Hunden, das bedeutet nur, dass Hundebegegnungen an der Leine extrem schwierig für diese Hunde sind. Das kann verschiedene Gründe haben.
Es ist wichtig, daran zu arbeiten.
Doch wir kennen es alle: manchmal hat man einfach keine Energie, schon wieder eine Begegnung auf dem Spaziergang meistern zu müssen.
Wenn du einen Hund siehst, versuche einfach umzukehren, und laufe in eine andere Richtung. So kannst du dir und deiner Fellnase eine Menge Stress ersparen. Das machen wir mit unseren Hort-Hunden regelmässig.
Falls dein Hund keine Leinenaggression hat, du aber häufiger Hunde siehst, die direkt kehrt machen sobald sie dich sehen - nimm das nicht persönlich. Respektiere dass sie keinerlei Kontakt haben möchten. Rufe nicht hinterher und passe allenfalls dein Tempo an.
Körpersprache lesen lernen
Hunde zeigen sehr deutlich, wie sie sich fühlen - wir müssen nur hinschauen.
Typische Stresssignale sind zum Beispiel:
Kopf wegdrehen
Über die Schnauze lecken
langsamer werden oder stehen bleiben
Fixieren
angespannte Körperhaltung
Wenn dein Hund solche Signale zeigt, bedeutet das meist: "Bitte gib mir mehr Abstand"
Rückruf bedeutet Rücksicht
Ein zuverlässiger Rückruf ist nicht nur Training - er ist Höflichkeit gegenüber anderen Menschen und Hunden.
Wenn ein anderer Hund angeleint ist, krank wirkt oder der Mensch seinen Hund zu sich ruft, ist es respektvoll, denn eigenen Hund ebenfalls zu sich zu rufen.
Sätze wie "der tut nix" oder "der will nur spielen" sind leider oft der Grund, warum solche Begegnungen eskalieren.
Die Gelbe Schlaufe - ein wichtiges Signal
Vielleicht hast du sie schon gesehen: eine gelbe Schlaufe oder ein gelbes Band an der Leine.
Sie ist Teil der sogenannten Yellow Dog Signals und bedeutet ganz klar: Dieser Hund möchte keinen Kontakt.
Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein:
Training
Unsicherheit oder Angst
gesundheitliche Probleme
Läufigkeit
schlechte Erfahrungen
einfach der Wunsch nach Ruhe
Das Wichtigste: Du musst den Grund nicht kennen - respektiere einfach das Signal.
Wir stellen selbst gelbe Schlaufen aus Epoxidharz oder Paracord her. Du kannst diese ganz einfach an der Leine befestigen. So kannst du klar und sichtbar kommunizieren, dass dein Hund Abstand braucht - ohne dich jedes mal erklären zu müssen.
Du kannst jederzeit eine gelbe Schlaufe bei uns bestellen.
Welpen dürfen nicht alles
Viele Menschen denken: "Es ist ja nur ein Welpe"
Doch gerade junge Hunde lernen in dieser Phase soziale Regeln. Wenn sie jeden Hund anspringen, bedrängen oder überrennen dürfen, kann das später zu echten Problemen führen.
Auch Welpen profitieren davon zu lernen:
nicht jeder Hund möchte Kontakt
ruhig an anderen Hunden vorbeizugehen
Du kennst den anderen Hund nicht
Etwas das du immer im Hinterkopf haben sollst: Nur weil dein Hund freundlich ist, weisst du nicht, wie der andere Hund darauf reagiert. Du weisst nicht, ob dieser Hund auch freundlich ist, ob er Schmerzen hat und deswegen empfindlich sein kann, oder ob dein Hund zu wild für ihn ist.
Alle Hunde sind anders, und haben unterschiedliche Grenzen.
Fazit: Höfliche Hundebegegnungen sind eigentlich ganz einfach
Die wichtigste Regel lautet:
Respektiere Abstand, frage nach Kontakt, achte auch Körpersprache und akzeptiere wenn kein Kontakt gewünscht ist.
Wenn wir Menschen lernen, Begegnungen bewusster zu gestalten, profitieren alle davon:
weniger Stress für Hunde
entspanntere Spaziergänge
mehr Rücksicht unter Hundemenschen
Für den einen Hund ist eine Begegnung Alltag - für den anderen eine Herausforderung. Rücksicht kostet nichts und kann für den anderen Hund ganz viel verändern.
Und meistens sind höfliche Hundebegegnungen die, dbei der zwei Hunde entspannt aneinander vorbeigehen.





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